Honig – Landschaft, die man schmecken kann!

Honig ist so abwechslungsreich und lebendig, wie die Landschaft, in der die Bienen fliegen. Liegen im Frühling Wiesen und Weiden im Flugbereich der Bienen, so entsteht ein Frühlingsblütenhonig mit markantem Löwenzahnaroma. Fliegen die Bienen zur selben Jahreszeit in Schlehenhecken und Streuobstgärten, so findet sich ein feines marzipanartiges Steinobstaroma im geernteten Honig wieder. 

In manchen Regionen entstehen besondere Sortenhonige. Solche typischen Honiglandschaften sind beispielsweise die Lüneburger und Colbitz-Letzlinger Heide für Heidehonig, die Mark Brandenburg für Akazien- oder Robinienhonig, der Pfälzer Wald für Edelkastanienhonig, der Oderbruch für Sonnen­blumenhonig und der Schwarzwald für Wald- und Tannenhonig.

Wanderimkerei – mit den Bienen wandern

Naturgemäß liegen viele wertvolle Trachtpflanzen außerhalb des Flugradius von 5 km, den die Bienen von ihrem Heimatstandort aus befliegen können. Mit Beginn der Frühjahrsblüte "wandern" ImkerInnen mit ihren Bienenvölkern gezielt verschiedene Trachtgebiete in Deutschland an, um regionale Honigspezialitäten zu ernten. Dazu werden die Bienenkästen abends, wenn die Bienen nicht mehr fliegen, in den Transporter gehoben. In der Kühle der Nacht fährt der/die ImkerIn und stellt sie in der Morgendämmerung an ihrem neuen Standplatz auf. Sofort fliegen die ersten Kundschafterbienen aus, um sich in ihrem neuen Flugrevier zu orientieren. Bioland-ImkerInnen führen in einem "Wanderbuch" alle Standplätze auf, die sie mit ihren Bienen in der Saison besuchen. So lässt sich genau nachvollziehen, wo der geerntete Honig entstanden ist.